Freitag, 16. Juni 2017

Dienstag, 6. Juni 2017

Eine unbeschwerte Viertelstunde in Ihrer Gesellschaft wiegt für mich Monate der Einsamkeit und Trauer auf.   
Damals stellte ich mir noch vor, dass man die Wahrheit an andere durch Worte weitergibt. Auch die Worte, die man zu mir sagte, prägten sich mit ihrer unveränderlichen Bedeutung so tief in mein empfängliches Gemüt ein, dass ich ebensowenig für möglich hielt, dass jemand, der mir gegenüber behauptete, er liebe mich, mich in Wahrheit nicht liebte.
Gewisse Formen der Existenz sind so wenig normal, dass sie naturgemäss gewisse Verbildungen hervorbringen müssen, beispielsweise die Existenz, die der König von Versailles unter seinen Höflingen führte, seltsam wie die eines Pharao oder Dogen, und weit mehr noch als die des Königs die der Höflinge. Die Existenz der Dienstboten aber ist vielleicht von einer noch monstruöseren Seltsamkeit, die nur die Gewöhnung uns verbirgt. 
Man richtet sein Leben ein für eine Person, die, wenn man sie endlich darin empfangen könnte, gar nicht erscheint und für uns schon gestorben ist; man selbst aber lebt als Gefangener in dem, was nur für sie bestimmt war.  

Freitag, 5. Mai 2017

Les neurasthéniques ne peuvent pas croire les gens qui leur assurent qu'ils seront peu à peu calmés en restant au lit sans recevoir de lettres, sans lire de journaux. Ils se figurent que ce régime ne fera qu'exaspérer leur nervosité. De même, les amoureux, le considérant du sein d'un état contraire, n'ayant pas commencé de l'expérimenter, ne peuvent croire à la puissance bienfaisante du renoncement.
Aber man liest die Zeitungen, wie man liebt: mit verbundenen Augen. Man versucht, den Dingen nicht auf den Grund zu gehen. Man hört die süssen Reden des Chefredakteurs mit an, wie man den Worten der Geliebten lauscht.