Sonntag, 3. Juni 2018

Sonntag, 27. Mai 2018


Angesichts dessen war es gewiss unsinnig von mir, ein Werk in Angriff zu nehmen, das zum Ziel hat, die unterschiedlichen Positionen zu zeigen, die eine gewisse Anzahl von Personen im Verlauf des Lebens zueinander beziehen, im Bereich der Psychologie zu unternehmen, was ein Landvermesser tut, der von der Planimetrie zur Stereometrie übergeht: Ich meine, Psychologie in der Zeit zu betreiben. Denn ein solches Werk musste eine recht grosse Anzahl von Jahren in Anspruch nehmen, es musste lang sein, es hat «Musse» gebraucht, es zu schreiben. Seine gewaltigen Mängel rühren vor allem daher, dass es mir daran (an Musse) beim Schreiben gefehlt hat. Aber wie manche Insekten oder Pflanzenarten hat auch mich ein Instinkt getrieben, trotz allem meine Keime auszustreuen, die ich für fruchtbar halte und die, so übel sie auch in diesem Buch verwahrt sein mögen, darin doch eine weniger ungewisse Bleibe finden als in meinem Hirn.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Vous dîtes Monsieur que ce livre est une œuvre de loisir, que j'ai tout mon temps. Vous m'excuserez de ne pas entrer dans des détails sans intérêt pour vous; je dirai seulement qu'une profession active n'est pas la seule chose qui puisse priver un homme de loisir, lui prendre son temps. […] Sans doute étant donné cela il était insensé de ma part d'entreprendre un ouvrage qui a pour objet de montrer les positions diverses que prennent par rapport à une autre un certain nombre de personnes au cours de la vie, de faire pour la psychologie, ce que ferait un géomètre qui passerait de la géométrie plane à la géométrie dans l'espace, de faire veux-je dire de la psychologie dans le Temps. Car un tel ouvrage devait remplir un assez grand nombre d'années, il devait être long, il eût fallu du « loisir » pour l'écrire. Ses énormes défauts viennent surtout de ce que j'en ai manqué (de loisir) pour l'écrire.   
Sie sprechen vom Wahn der Vollständigkeit. … Sie glauben, ich spräche von Madame Sazerat, weil ich nicht auszulassen wage, dass ich sie an jenem Tag gesehen habe. Aber ich habe sie niemals gesehen! Ich betrachten die Stunden, in denen ich eine gewisse Verzückung im Anblick der Natur oder der Kunstwerke gefunden habe, als solche, in denen ich mich in einem Zustand etwas tieferer «Kenntnis» befand. Da ich mich aber vollständig vergesse und nur an den Gegenstand denke, den ich erkennen will, mache ich aus dieser partiellen Kenntnis nicht das, was der eine oder andere Ihrer Freunde täte (und ich denke hier gar nicht mehr an Sie), ich erzähle nicht, dass ich das empfunden habe, ich verpacke dieses kleine Stück Wahrheit nicht in Schwärmerei. Aber wenn ich andere kleine Stücke Wahrheit gefunden habe, füge ich sie aneinander und versuche, den Gegenstand zu rekonstruieren, ihn zu restaurieren, und sei es ein Kirchenfenster.

Vous croyez que je parle de Madame Sézerat parce que je n’ose pas omettre que je l’ai vue ce jour-là. Mais je ne l’ai jamais vue!

Monsieur, kaum habe ich mit dem begonnen, was ich Ihnen sagen wollte, schon muss ich schliessen.

Sonntag, 20. Mai 2018


Il n’y a pas que les oeuvres d’art dont on soit obligé de mûrir lentement les équivalents dans son coeur. Il en est ainsi de toutes les idées. Je sais que nos deux esprits n’abritent pas les mêmes, ou du moins à un degré de maturation différent. Aussi cette lettre ne vous semblera-t-elle qu’un vain verbiage.