Theoretisch wissen wir, dass sich die Erde dreht,
aber tatsächlich merken wir davon nichts, der Boden, auf dem wir gehen, scheint
sich nicht zu bewegen, und wir leben ruhig weiter. So verhält es sich auch mit
der Zeit im Leben. Und um ihr Vergehen spürbar zu machen, sind Romanautoren
gezwungen, den Takt der Uhr wahnsinnig zu beschleunigen und den Leser in zwei
Minuten zehn, zwanzig, dreißig Jahre durchlaufen zu lassen. Oben auf einer
Seite haben wir einen hoffnungsvollen Liebhaber zurückgelassen, unten auf der
nächsten Seite finden wir ihn als Achtzigjährigen wieder, der mühsam seinen
täglichen Spaziergang im Innenhof eines Altenheims macht, kaum auf die Worte
reagiert, die man an ihn richtet, und die Vergangenheit vergessen hat.
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