Freitag, 12. Dezember 2025

 

Theoretisch wissen wir, dass sich die Erde dreht, aber tatsächlich merken wir davon nichts, der Boden, auf dem wir gehen, scheint sich nicht zu bewegen, und wir leben ruhig weiter. So verhält es sich auch mit der Zeit im Leben. Und um ihr Vergehen spürbar zu machen, sind Romanautoren gezwungen, den Takt der Uhr wahnsinnig zu beschleunigen und den Leser in zwei Minuten zehn, zwanzig, dreißig Jahre durchlaufen zu lassen. Oben auf einer Seite haben wir einen hoffnungsvollen Liebhaber zurückgelassen, unten auf der nächsten Seite finden wir ihn als Achtzigjährigen wieder, der mühsam seinen täglichen Spaziergang im Innenhof eines Altenheims macht, kaum auf die Worte reagiert, die man an ihn richtet, und die Vergangenheit vergessen hat.

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