Dienstag, 26. Mai 2026

 

Während ich diese Worte las, nahm mein Nervensystem mit bewundernswerter Sorgfalt die Nachricht auf, dass mir ein großes Glück bevorstand. Doch meine Seele, das heißt ich selbst, und letztlich der Hauptbetroffene, wusste davon noch nichts. Das Glück, und zwar das Glück durch Gilberte, war etwas, woran ich ständig gedacht hatte, etwas, das ganz aus Gedanken bestand; es war „cosa mentale“, wie Leonardo von der Malerei. Ein Blatt Papier, bedeckt mit Schriftzeichen – das kann der Verstand nicht sofort verarbeiten. Doch sobald ich den Brief bis zu Ende gelesen hatte, dachte ich an ihn, er wurde zum Gegenstand meiner Träumereien, auch er wurde zur „cosa mentale“, und ich liebte ihn bereits so sehr, dass ich ihn alle fünf Minuten erneut lesen und küssen musste. Da wurde mir mein Glück bewusst.

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