Die Ärzte haben diesem Leiden machtlos gegenübergestanden.
Nicht so der Dichter, der es sehr planvoll in seinen Dienst gestellt hat. Er
war – um mit dem Äußerlichsten zu beginnen – ein vollendeter Regisseur seiner
Krankheit. Monatelang verbindet er mit vernichtender Ironie das Bild eines
Verehrers, der ihm Blumen gesandt hatte, mit deren ihm unerträglichen Duft. Und
mit den Tempi und Gezeiten seines Leidens alarmiert er Freunde, die den
Augenblick fürchteten und ersehnten, da der Dichter plötzlich, lange nach
Mitternacht, im Salon erschien – brisé de fatigue und nur auf fünf Minuten, wie
er verkündete, – um dann bis in den grauenden Morgen zu bleiben, zu müde, um
sich zu erheben, zu müde, um auch nur seine Rede zu unterbrechen.
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