Nie gab es einen, der so wie er die Dinge uns zeigen konnte.
Sein weisender Finger ist ohnegleichen. Aber es gibt eine andere Geste im
freundschaftlichen Miteinander, im Gespräch: die Berührung. Diese Geste ist
keinem fremder als Proust. Er kann auch seinen Leser nicht anrühren, könnte es
um nichts in der Welt. Wollte man die Dichtung um diese Pole – die weisende und
die berührende – anordnen, so wäre die Mitte der einen das Werk von Proust, der
anderen Péguys. Es ist im Grunde dies, was Fernandez ausgezeichnet begriffen
hat: »Die Tiefe oder besser die Eindringlichkeit ist immer auf seiner Seite,
nie auf Seiten des Partners.« Mit einem Einschlag von Zynismus und virtuos
kommt das in seiner Literarkritik zum Vorschein. Ihr bedeutendstes Dokument ein
Essay, auf der großen Höhe des Ruhms und der niedern des Totenbettes
entstanden: »A Propos de Baudelaire«. Jesuitisch im Einverständnis mit seinen
eignen Leiden, maßlos in der Schwatzhaftigkeit des Ruhenden, erschreckend in
der Indifferenz des Todgeweihten, der hier noch einmal sprechen will und
gleichviel wovon. Was ihn hier dem Tode gegenüber inspirierte, bestimmt ihn
auch im Umgang mit den Zeitgenossen: ein so stoßhafter, harter Wechsel von
Sarkasmus und Zärtlichkeit, Zärtlichkeit und Sarkasmus, daß sein Gegenstand
darunter erschöpft zusammenzubrechen droht.
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